Real Madrid vor Transfersperre

Den Königlichen droht wegen illegaler Transfers von Minderjährigen eine empfindliche Strafe. Dadurch könnte der Traum eines Schweizer Nationalspielers vorerst platzen.

Schwere Zeiten für Real Madrid und seinen Präsidenten Florentino Pérez.

Schwere Zeiten für Real Madrid und seinen Präsidenten Florentino Pérez. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Florentino Pérez, ein milliardenschwerer Bauunternehmer und Präsident von Real Madrid, ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Nach der 0:4-Heimschmach gegen Erzfeind FC Barcelona forderte das Publikum so lautstark seinen Rücktritt, dass die Vereinsverantwortlichen kurzerhand die Lautsprecher des Stadions lauter einstellen mussten, um die Sprechchöre zu übertönen.

Bekannt für fast schon unverschämt teure Transfers und immer harscher kritisiert für die unschönen Abgänge von Vereinsikonen wie Vicente del Bosque, Raul und zuletzt Iker Casillas, hat er insbesondere die Titelerwartungen der erfolgsverwöhnten Madrilenen nicht erfüllt. Zwei Champions-League-Titel (2002, 2014) und drei Meisterschaften (2001, 2003, 2012) in total zehn Saisons genügen den Ansprüchen in der spanischen Hauptstadt nur bedingt – zumal Barcelona in Pérez' beiden Amtsperioden dreimal die Champions League und sechsmal die Meisterschaft gewinnen konnte.

Gemäss Recherchen der spanischen Sportzeitung «Mundo Deportivo» soll es nun noch dicker kommen: Aufgrund illegaler Transfers mit Minderjährigen werden die Königlichen von der Fifa-Disziplinarkommission mit einer Transfersperre von zwei Perioden belegt – also die gleiche Strafe, wie sie Barça aussitzen musste. Das Blatt beruft sich hierbei auf «mehrere zuverlässige Quellen», der Weltverband selber äusserte sich auf Anfrage von «Mundo Deportivo» (MD) zurückhaltend: «Aufgrund eines laufenden Verfahrens dürfen wir zu dieser Angelegenheit keine Stellung nehmen.» Tönt alles andere als nach einem Dementi.

Ein Spiel auf Zeit

Dennoch stellt sich für MD nicht mehr die Frage, ob, sondern wann die Strafe eintreten wird. Während die Verhängung schon in den nächsten Wochen zu erwarten sei, soll Real Madrid auf eine Verkündung nach der Wintertransferperiode hoffen. So bliebe nicht nur der Monat Januar, um Verstärkungen zu verpflichten, sondern dank des bereits beschlossenen Rekurses würde die Sperre erst nach dem Sommerfenster (bis Ende August) definitiv eintreten.

Bei über 50 Spielern, die in Real Madrids «La Fabrica» akquiriert wurden, soll die Weltverband-Disziplinarkommission ermittelt haben. Trotz der Rechtfertigungen der Blancos sei in den nächsten Tagen eine Sanktion der Fifa aufgrund Verletzung des Artikels 19 im Reglement bezüglich Status und Transfer von Spielern «sehr gut möglich», so MD weiter.

Betroffen von einer Transfersperre wäre möglicherweise auch der Schweizer Nationalspieler Ricardo Rodriguez. Das Madrider Sportblatt «Marca» berichtet heute, aufgrund der Verletzungsanfälligkeit von Marcelo habe die Verpflichtung eines Linksverteidigers absolute Priorität – und Rodriguez wäre die ideale Ergänzung. Dieser hat im Sommer bereits gegenüber dem «Blick» verlauten lassen, dass «jeder zu Real gehen würde».

Wie der Fall von Barcelona übrigens gezeigt hat, könnte Real zwar auch während der Transfersperre Spieler verpflichten, darf sie aber erst nach Ablauf der Sanktion für die Wettbewerbe nominieren und einsetzen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.11.2015, 13:19 Uhr

Artikel zum Thema

Wer ist schuld am Real-Desaster?

In Spanien ist die Aufarbeitung von Real Madrids schwerer Schlappe im Clásico gegen den FC Barcelona in vollem Gang. Mehr...

Barça überrollt Real

Der FC Barcelona deklassiert Real Madrid auswärts und feiert das Comeback von Lionel Messi. Mehr...

Service

Auf die Lesezeichenleiste

Hier lesen Sie unsere Blogs.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Mit geschwellter Brust: Ein Mann aus Indien zeigt bei einem Wettbewerb für die beeindruckendste Gesichtsbehaarung stolz seinen Schnurrbart. Der Wettbewerb fand am Rande des jährlichen Kamel Festivals in der nordindischen Wüstenstadt Pushkar statt. (20. November 2018)
(Bild: Himanshu SHARMA ) Mehr...