Petkovic erhöht den Druck – wie ernst nehmen es die Bosnier?

Vor dem Test gegen Bosnien-Herzegowina verlangt Vladimir Petkovic Antworten. Wie sich der Gegner im Zürcher Nachtleben vorbereitete.

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Es war ein müder Kick, den die Schweizer Fussballnationalmannschaft am Karfreitag in Dublin beim 0:1 gegen Irland zeigte. Trotz 69 Prozent Ballbesitz agierte das Team «unheimlich harmlos», wie Goalie Yann Sommer im SRF sagte. 75 Tage vor dem ersten Ernstkampf an der Euro 2016 gegen Albanien sind die Schweizer heute um 20:45 Uhr im Letzigrund gegen Bosnien-Herzegowina gefordert.

So verlangte Nationaltrainer Vladimir Petkovic einen Sieg, damit in Richtung EM mehr positive Stimmung entstehe: «Ich will die Wut sehen, 90 Minuten besser zu sein als der Gegner. Es reicht nicht, wenn man nur immer sagt, es gebe keine Freundschaftsspiele. Man muss dies auch auf dem Platz zeigen.»

Interessant ist, wie die Ansprüche bei solchen Vorbereitungsspielen zwischen Staff und Spielern auseinandergehen. Denn während Petkovic aufs Gaspedal drückt, relativiert Captain und Leitwolf Stephan Lichtsteiner: «Es ist erklärbar, dass man in Testspielen nicht den gleichen Druck aufbauen kann wie in Ernstkämpfen.»

Entspannte Bosnier

Details zur Aufstellung gab Petkovic keine bekannt – ausser dass Lichtsteiner nach überstandener Wadenverletzung wieder in der Startformation stehen wird. Der Trainer bestätigte ausserdem, dass «der eine oder andere Wechsel vorstellbar» sei. Beispielsweise könnte Roman Bürki im Tor stehen, und auch der am Freitag eingewechselte Flügel Renato Steffen und Mittelfeldspieler Luca Zuffi könnten von Beginn an eingesetzt werden.

Im Kontrast zur steigenden Schweizer Anspannung steht die Dienstreise der bosnischen Nationalspieler. Im EM-Playoff scheiterte der WM-Teilnehmer von 2014 an Irland, wodurch die Länderspiele keine grosse Bedeutung mehr haben. Wie ernst die Bosnier den Test gegen die Schweiz nehmen, zeigten sie in der Nacht auf Montag: Keine 48 Stunden vor Anpfiff vergnügten sich Edin Dzeko, Senad Lulic, Miralem Pjanic und andere im Zürcher Nachtclub Jade, wo sie erst gegen halb 1 morgens eintrafen und sich in eine reservierte Lounge warfen. Experten halten Ausgang zwei Tage vor einem Spiel gar für schädlicher als in der Nacht davor.

Spezielles Duell für Petkovic

Petkovic erwartet dennoch einen unangenehmen Gegner: «Bosnien-Herzegowina spielt nicht so aggressiv wie Irland, aber die Mannschaft weist qualitativ ein höheres Niveau auf.» Insbesondere der exquisite Stratege Pjanic (AS Roma) und die Torjäger Vedad Ibisevic (Hertha BSC Berlin) und Edin Dzeko (AS Roma) sind jederzeit für Gefahr gut.

Für Petkovic wird die Begegnung auch aus persönlicher Perspektive speziell. Der gebürtige Bosnier trifft auf sein Heimatland und dabei noch auf seinen Ziehsohn Senad Lulic. Petkovic holte den mittlerweile 47-fachen Nationalspieler 2006 zur AC Bellinzona, 2010 bei seinem Engagement zu YB nach Bern, und 2012 bis 2014 arbeiteten die beiden Bosnier auch bei Lazio Rom gemeinsam. Lulic sagte gegenüber dem SRF: «Petkovic hat sehr grossen Anteil an meiner Karriere. Er verlangte immer mehr von mir, weil die anderen Spieler dachten, ich spiele ohnehin, weil ich sein Landsmann sei. Er hat stets das Maximum aus mir herausgeholt.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.03.2016, 12:55 Uhr

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