Spiez

Mit Zucker statt Salz gegen die Glätte

SpiezZucker statt Salz: Die Nationalstrassen im Berner Oberland werden diesen Winter gegen Eisglätte gezuckert und nicht gesalzen. Denn Salz ist nicht nur gesundheitsschädigend, sondern verursacht auch deutlich mehr Rost.

Video: TeleBärn

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Liegt auf den Strassen Schnee, so gefällt er dort nicht allen. Für die Strasseninspektorate bedeutet die weisse Pracht primär viel Arbeit. Da hilft nur eines: Natriumchlorid, bekannt als Strassensalz, bindet den Schnee und lässt ihn hurtig schmelzen. Da half nur eines: Nun zuckert nicht mehr nur der Schnee die Strassen, sondern auch das Strasseninspektorat. Auf dem gesamten Nationalstrassen-Netz des Kantons wird in diesem Winter versuchshalber «Zucker» statt Salz zum Enteisen der Strassen gestreut. Der «Zucker» ist ein Nebenprodukt der Zuckerrohrherstellung und wird in einer Art Melasse geliefert.

«Für uns ist der Versuch ein Erfolg», sagt Martin Rösti vom Autobahnwerkhof Gesigen. Grosser Vorteil des Zuckerprodukts sei, dass der Stoff weniger aggressiv als das Natriumchlorid sei, welches die Haut reizen kann. «Auch der Rost an den Fahrzeugen ist deutlich zurückgegangen», zählt Rösti einen weiteren Vorteil auf. Das und die Idee, dass Innovationen unterstützt werden müssten, sind die Gründe für diesen Versuch.

Als Lebensmittel verzollt

Die beiden Produkte seien gleichwertig, auch Zucker kann bis zu minus 30 Grad eingesetzt werden. «Der Zucker sollte aber eigentlich noch besser haften», sagt Martin Rösti. «Das konnten wir aber bisher nicht beweisen.» Und die Vermutung, Zucker könnte die Strassen gar verkleben, weist der Strasseninspektor zurück: «Es gibt keinen nachteiligen Klebeffekt. Auch an den Fingern fühlt sich die Flüssigkeit nicht klebrig an.»

Das Zuckerprodukt wird von einer irischen Firma vertrieben. «Bei einer ersten Testphase vergangenen Winter mussten wir das Zuckerprodukt als Lebensmittel verzollen. Das kam uns deutlich teurer, ist nun aber mit der Lieferfirma geklärt.» Der Preis sei nur minim höher als der für Salz.

Aber nicht nur der Werkhof Gesigen setzt auf Innovationen in der Schneeräumung, die Stadt Thun setzt beispielsweise auf Fussgängerwegen stellenweise mit Salzsole getränkte und getrocknete Holzschnipsel anstatt Splitt ein. «So kann etwa ein Ausrutschen wegen der Steinchen an steilen Wegen vermieden werden», sagt Roland Henschel, Strasseninspektor der Stadt Thun. Splitt sei zudem längerfristig wenig effektiv, da er bei erneutem Schneefall zugedeckt wird und so seine Wirkung verliert. Ausserdem muss der Splitt im Frühling unter grossem Arbeitsaufwand wieder entfernt werden. (Berner Oberländer)

Erstellt: 14.01.2010, 09:03 Uhr

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