Oberland

So wird das Wandern mit dem Kinderwagen zur puren Lust

OberlandWer die Sprösslinge in der Babykutsche durch die Gegend chauffieren will, muss ein paar Dinge beachten – und sich vor allen Dingen rechtzeitig auf die Suche nach der geeigneten Route machen. Denn: Die Auswahl ist auch im Berner Oberland richtig gross.

Wandern mit Kinderwagen kann entspannend sein – wenn man ein paar Punkte beachtet.

Wandern mit Kinderwagen kann entspannend sein – wenn man ein paar Punkte beachtet. Bild: Fotolia

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Wandern erfreut sich in den letzten Jahren auch bei jungen Leuten wieder zunehmender Beliebtheit. Wenn die jungen Leute dann mal etwas älter sind und der Nachwuchs in der Wiege strampelt, dann wollen sich die jungen Eltern heute vermehrt trotz Baby im Säuglingsalter ihr Hobby nicht nehmen lassen. Wandern mit Kinderwagen entwickelt sich zu einem Trend, den auch die Tourismusdestinationen im Berner Oberland registrieren. Anders ist das breite Angebot an Kinderwagen-tauglichen Wanderungen in der Region nicht zu erklären.

Die eigene Fitness

Doch Wandern mit Kinderwagen ist kein Schleck. Zuerst gilt es zu beachten, dass schon der Kinderwagen allein ein stattliches Eigengewicht auf die Waage bringt. Geländegängige Modelle – und die sind wärmstens zu empfehlen – wiegen schnell einmal um die 15 Kilo. Je nach Alter bringt das Kind zwischen 5 und 15 weitere Kilo mit, sodass neben dem obligaten Rucksack und inklusive den ebenso obligaten Babyutensilien in der Wickeltasche rasch zwischen 25 und 35 Kilo durch die Gegend geschoben werden müssen.

So wird eine coupierte Strecke von zwei Kilometern Länge und mit ein paar Dutzend Höhenmetern, die man früher mit einem Lächeln als längeren Spaziergang bezeichnet hatte, bald zum atem(be)raubenden Tagestreck – inklusive An- und Abreise sowie Picknickhalt.

Der passende Wagen

Entscheidend, wie anstrengend die Wanderung mit Kinderwagen wird, ist wie so oft im (Spitzen-)Sport die Wahl des richtigen Materials. Genügt der Wagen den Ansprüchen nicht, die das Gelände stellt, ist die Wanderung bald zu Ende. Rasch bleibt er stecken, die Räder lenken an jedem grösseren Kiesel um oder folgen dem Verlauf einer Wurzel oder eines Wassergrabens quer über den Weg.

Wer mit dem Kinderwagen wandern will, braucht ein robustes Gerät, das geländegängig ist. Räder mit einem Durchmesser von mindestens 12,5 Zoll sind ideal; natürlich sollten die Reifen nicht aus massivem Hartgummi oder -plastik gefertigt sein, sondern luftgefedert. Denn wer denkt, Kinderwagentaugliche Wanderungen führten ausschliesslich über breite und grosszügig gestaltete Forstwege, wird rasch merken, dass er auf dem Holzweg ist. Breite Abzugsrinnen, grober Schotter, vom Regen ausgeschwemmte Spurrillen –, all das lauert auf unerfahrene Wanderer, die glauben, mit dem Kinderwagen locker voranzukommen.

Mit einem geländegängigen Wagen tun sich die Eltern indes nicht nur selber einen Gefallen, weil das Schieben leichter fällt. Ist der Wagen gefedert, wird die Wanderung auch für das Kind, das im Wagen sitzt, nicht zur unerträglichen Rüttelpartie. Ohne Federung überträgt sich jeder Schlag direkt auf das Kind, was gerade bei kleineren Kindern zu gesundheitlichen Schäden führen kann – bis hin zu einer leichten Gehirnerschütterung.

Ein nützliches Hilfsmittel ist auch eine Handbremse am Kinderwagen. Wer ohne unterwegs ist, spürt beim Bergabfahren, gerade wenn es steiler wird, was es heisst, die eingangs erwähnten 25 bis 35 Kilo mit eigener Muskelkraft zu bremsen. Ein Muskelkater in den Armen anstatt in den Beinen am nächsten Tag darf da nicht erstaunen.

Die richtigen Kleider

Nicht nur die eigene Kleidung muss den gesteigerten Ansprüchen einer Wanderung mit Kinderwagen genügen. Mindestens ebenso wichtig ist die richtige Kleidung des Kindes.

Grundsätzlich sind Kinderwagen-Wanderungen bei jedem Wetter möglich. Wie überall im Alltag mit Kleinkindern gilt die grundlegende Faustregel, dass das Kind im Wagen mindestens eine warme Schicht mehr anziehen sollte als die Erwachsenen. Dass bei Wind oder Regen ein Regenschutz Sinn macht, ist selbstredend.

Umgekehrt darf nie ausser Acht gelassen werden, dass die Sonne in den Bergen auch intensiv brennen kann, wenn die Temperaturen merklich tiefer sind als im Flachland. Deshalb gilt: Sowohl Schutz gegen Sonne – Hut und Sonnencreme – muss mit auf die Wanderung als auch Schutz gegen Wind und Wetter. Trockene Ersatzkleider gehören ebenso mit auf jede Wanderung wie die warme und trockene Decke für den Picknickhalt.

Essen und Erste Hilfe

In Sachen Verpflegung für unterwegs gelten für Kinder wie für Erwachsene die selben Regeln: Genügend Flüssigkeit ist oberstes Gebot! Daneben helfen Energie-riegel, Früchte und Sandwiches Klein und Gross, dass die Tour nicht zur Tortour wird. Selbstverständlich gehört eine kleine Reiseapotheke auch bei Kinderwagen-Wanderungen in den Rucksack – um allfällige Insektenstiche oder Schürfwunden versorgen zu können, aber auch um grössere Verletzungen wie einen verdrehten Fuss erstbehandeln zu können.

Um im schlimmsten Fall Hilfe anfordern zu können, ist ein Handy unabdingbar. Notrufe können gemäss Auskunft von Swisscom überall in den Schweizer Alpen abgesetzt werden. Swisscom-Sprecher Olaf Schulze betont , dass es gerade bei Kälte wichtig sei, das Handy nahe am Körper zu tragen. «Dann hält der Akku länger.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 13.07.2014, 15:48 Uhr

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