Habkern

Zum Berner «Naturschutz-Rütli»

HabkernAls «Naturschutz-Rütli» des Kantons Bern wird der Luegiboden bezeichnet. Am Rand der ausgedehnten Moorwiese bei Habkern befindet sich ein riesiger Granit­findling.

Ein Teil des gewaltigen exotischen Blocks im Luegiboden-Hochmoor.

Ein Teil des gewaltigen exotischen Blocks im Luegiboden-Hochmoor. Bild: Andreas Staeger

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Die Berggemeinde Habkern weist einen kleinen, kompak­ten Dorfkern und ausgedehnte Streu­siedlungsgebiete auf. Von der Bushaltestelle Habkern Post führt ein Strässchen taleinwärts bis zum Bolbach, der auf einer eleganten, nach Plänen des bekannten Konstrukteurs Robert Maillart gebauten Stahlbetonbrücke überquert wird.

Habkern in Washington?

Gleich anschliessend gelangt man über eine kleine gedeckte Holzbrücke und danach auf ­grasüberwachsenem Pfad zum Strässchen nach Schwendi hinauf. Von dort geht es steil an den Lombach hinunter und danach auf schmalem Pfad in abschüssigem Bergwald-Hang sofort wieder ebenso steil aufwärts zum Luegiboden.

Im Bachbett des Lombachs und an vielen Stellen des unteren Habkerntals finden sich grös­sere und kleinere Granitsteine mit rötlichbraunen, olivgrünen, schwarzen und weissgrauen Einlagen, die nicht dem Granit der Alpen entsprechen.

Man nennt sie exotische Blöcke und bezeichnet die Gesteinsart nach dem Fundort allgemein als Habkerngranit. Die Bezeichnung erratischer Block ist dagegen falsch, weil das Gestein nicht durch Gletscher, sondern aufgrund von geologischen Verschiebungen hierhin transportiert wurde.

Der grösste unter diesen Granitblöcken ist der Luegibodenstein. Seine sichtbaren Masse sind beachtlich: 31 × 28 × 14 m. Sowohl der Stein als auch seine ­Umgebung stehen unter Schutz: Die weite, fast flache Wiese an seinem Fuss – sie stellt den eigentlichen Luegiboden dar – ist ein Moorschutzgebiet von ­nationaler Bedeutung.

Früher ging man mit dem monumen­talen Granitblock allerdings ­weniger zimperlich um. Jedenfalls wurde er teilweise abgebaut. Der Legende nach stammt sogar die Gedenkplatte der Schweiz für das George-Washington-Memorial in der amerikanischen Hauptstadt vom Luegibodenstein.

Zunächst auf breitem Kiesweg mit geringem Gefälle, später dann steiler auf einem schmalen Fussweg geht es durch die ausgedehnten Waldungen an der Nordflanke des Harders talwärts nach St. Niklausen. Von dort gelangt man den Waldrand entlang ins Städtchen Unterseen und erreicht schliesslich den Bahnhof Interlaken-West.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 12.09.2017, 12:21 Uhr

Allgemeine Infos


  • Anreise: mit Postauto nach Habkern Post

  • Rückreise: ab Interlaken-West mit Bahn

  • Route: Habkern–Schwendi– Luegiboden–Interlaken

  • Wanderzeit: 2 Stunden und 50 Minuten

  • Streckenlänge: 9,3 Kilometer

  • Höhendifferenz: 300 m Aufstieg, 800 m Abstieg

  • Schwierigkeit: leicht

  • Ideale Saison: Mitte April bis Mitte November.

ast

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