Interlaken

«Als Vorspeise gibt es Fondue»

InterlakenHun-joo Park und Kwang-woo Choi von Mika Travel führen pro Monat bis zu 150 Reisegruppen durch Interlaken.

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Warum kommen Koreaner nach Interlaken?
Hun-joo Park: Seit ungefähr zehn Jahren ist meiner Meinung nach Interlaken das neue Luzern und das Jungfraujoch der neue Montblanc. Speziell bei Studierenden ist es Trend, eine Europa-Reise zu machen. Sie werden oft von Eltern unterstützt, die für die Reisefinanzierung einen Kredit aufnehmen.

Ihre Reiseagentur führt bis zu 150 Gruppen pro Monat herum. Sind auch Studierende in der 20-köpfigen Gruppe dabei?
Hun-joo Park: Nur vereinzelt. Es sind vor allem Familien, der Ehemann hat Interlaken früher einmal bei einem freien Tag einer Geschäftsreise besucht und kehrt nun mit seinem Anhang zurück. Das Durchschnittsalter liegt bei ungefähr fünfzig Jahren.

Wie sieht eine typische Tour aus?
Kwang-woo Choi: Wir holen sie am Flughafen in Kloten ab, machen eine Stadttour in Zürich. Danach bringen wir sie nach Weggis, wo sie mit dem Schiff nach Luzern fahren. Nach der Stadtführung fahren wir nach Interlaken. Typischerweise bleiben sie eine Nacht. Tags darauf gehen sie aufs Jungfraujoch und fahren mit dem Zug nach Mailand weiter. Hun-joo Park: Hochzeitspaare bleiben länger hier, und generell beobachten wir, dass vermehrt zwei Nächte gebucht werden.

Wie sieht das kulinarische Programm aus?
Hun-joo Park: Wir gehen einmal in ein Schweizer Restaurant essen. Als Vorspeise gibt es ein Ausprobierfondue, danach Salat und Zürich Geschnetzeltes. Das zweite Essen ist dann in einem koreanischen Restaurant.

Und dann ab ins Bett?
Kwang-woo Choi: Nein, nach dem Abendessen wird geshoppt. Wenn wir bis dann keine freien Zimmer gefunden haben, fahren wir nach Bern oder Freiburg.

Was gefällt den Koreanern speziell an Interlaken?
Hun-joo Park: Sie stehen auf Marken, deshalb gehört das Jungfraujoch immer ins Programm. In Korea herrscht permanente Hektik, und viele wohnen in Städten. Deshalb ziehen sie die Natur und die Alpen an. Bei den Jüngeren sind es auch die Aktivitäten, allem voran das Paragliding.

Was lassen sie sich die Reise kosten?
Hun-joo Park: Im Schnitt rund 3000 Franken pro Person pro Woche, wobei sie allerdings nur eine Nacht bleiben.

Koreanische Touristen sind wegen ihrer Freundlichkeit und Zurückhaltung beliebt. Welche Meinung haben sie denn von den Einheimischen?
Hun-joo Park: Sie mögen die Schweizer grundsätzlich, aber manchmal hören wir, dass sie unfreundlich behandelt wurden. In Korea ist der Kunde König, und so werden sie von Verkäufern mit Aussagen vor den Kopf gestossen.
Kwang-woo Choi: Ein Problem sind auch die Öffnungszeiten. Sie sind sich 24-Stunden-Betrieb gewöhnt, und hier machen die Supermärkte früh zu. (Berner Oberländer)

Erstellt: 08.10.2015, 07:43 Uhr

Die Reiseleiter

Hun-joo Park (42) arbeitete in Korea im Tourismusbereich und zog nach Zürich, wo sie vor elf Jahren die Agentur gründete. Kwang-woo Choi (42) kam vor 25 Jahren in die Schweiz und lernte Park im Reisebüro in Zürich kennen. Bis zu 400 koreanische Reisegruppen besuchen die Schweiz, davon betreut Mika Travel einen Drittel.

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