Huttwil

Es begann mit 20 Paar Skischuhen

HuttwilSkifahren hat jetzt Hochsaison. Das spüren auch Sepp und Francine Krieger. Vor 25 Jahren sind die Bauersleute ins Geschäft mit den Wintersportlern eingestiegen.

Francine und Sepp Krieger legen beim Schleifen der Skikanten Wert auf sauberes Handwerk.

Francine und Sepp Krieger legen beim Schleifen der Skikanten Wert auf sauberes Handwerk. Bild: Thomas Peter

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Der grösste Ansturm bei Kriegers auf dem Hübeli bei Huttwil ist vorbei. Dennoch hat die Familie alle Hände voll zu tun. Skifachmann Sepp Krieger legt gerade einen Ski in seinen voll automa­tisierten Schleifroboter. Ohrenbetäubend faucht der Luftdruckstrahl über die Kanten, die Wassertropfen spritzen auf alle ­Seiten. Der Laser arbeitet sich millimetergenau über den Ski. Dann lässt die Halterung diesen los.

Mit einem Quietschen landet die Latte auf dem Förderband, und dieses spielt sie in die Hände von Sepp Krieger. Prüfend be­gutachtet dieser das Werk. Auf der geraden Unterseite ist ein regelmässiges rundliches Muster entstanden. Sepp Kriegers Augen strahlen, als er den fertig geschliffenen Ski in der Hand hält.

Dieser wird nun getrocknet und ein­gewachst. Zum Schluss wird er poliert. «Ein Ski, der vom ers­ten Meter an wieder wie eine Rakete läuft», sagt Sepp Krieger schmunzelnd. Er legt besonderen Wert auf ein sauberes Handwerk.

Stolzer Landwirt geblieben

Seit 25 Jahren versorgen Sepp und Francine Krieger hauptsächlich Einheimische mit Ski und Zubehör. Angefangen hat alles im kleinen Rahmen mit 20 Paar Skischuhen im Zentrum von Lotzwil. Während zweier Jahre betrieben die Bauersleute aus Huttwil dort einen Verkaufsladen. Die Service- und Reparaturarbeiten führten sie derweil daheim auf dem Bauernhof aus.

1994 verlegten sie auch den Laden dorthin. «Damals war ein riesiges Bedürfnis zum Skimieten da», erinnert sich die 56-jährige Francine Krieger. Heute stehen rund 800 Ski und Snowboards zur Auswahl.

Der Hype ist vorbei

Seinen Höhepunkt erlebte das Geschäft im Jahr 2005. Seither nimmt die Zahl der Vermietungen und Verkäufe von Jahr zu Jahr etwas ab. Das liege daran, dass heute bedeutend weniger Leute Ski fahren als noch vor zehn Jahren. Auch der grosse ­Hype ums Snowboard scheint Geschichte zu sein. Machte das modische Brett einmal 40 Prozent der Vermietungen aus, ist es heute nur noch ein Bruchteil davon.

Aufs Skibusiness waren Sepp und Francine Krieger gekommen, weil die Landwirtschaft immer weniger abwarf. Für Sepp Krieger war sofort klar, dass die Alternative etwas mit Wintersport zu tun haben muss, denn der Bauer ist auch gelernter ­Skilehrer und Skireparateur. Trotzdem ist der 60-Jährige bis heute stolzer Landwirt geblieben. Vor allem im Sommer sind er und seine Frau für ihre 35 Vierbeiner da.

Anfangs halfen noch die Eltern von Sepp Krieger im Geschäft mit. Danach stellte das Ehepaar eine Aushilfe für die Landwirtschaft an. Heute helfen zwei der drei Kinder fleissig im Skigeschäft mit. Der 30-jährige Sohn Jan will das Geschäft dereinst weiterführen. Darüber freut sich auch Sepp Krieger, der längst wieder in seiner Werkstatt steht und Ski schleift. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 20.01.2018, 08:17 Uhr

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