Bern

Nordring-Kebab mit Happy End

BernDie Familie Kürekci hat mit ihrem Kebabladen Nordring nach einem halben Jahr Vagabundendasein ein neues Lokal gefunden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Letzten Sommer schloss der Kebabladen Nordring am Schulweg 2 definitiv. Dies, nachdem die Familie Kürekci, die hinter dem Imbissladen steckt, vom Vermieter die Kündigung, aber auch eine Gnadenfrist erhalten hatte. Jetzt geschäftet sie an neuer Adresse, genauer an der Winkelriedstrasse 42.

Hier befand sich zuvor das Esperanto. Mit Kebab, Pizza und Shishas hatte dieses ein ähnliches Konzept und stand zum Verkauf. «Unseren Namen haben wir aber be­halten, weil er bekannt ist», sagt Dogus Kürekci, Nordring-Geschäftsführer und Sohn der Kürekcis.

Noch fühle es sich komisch an, aber «den Standort finden wir super», so Kürekci. Das Lokal ist täglich geöffnet, und so mancher YB-Fan dürfte nach den Partien im Stade de Suisse auf dem Nachhauseweg hier einkehren. Ins­besondere auch wegen des Biers: Gleich vier Sorten von Egger aus Worb stehen im Sortiment.

Zwei Unfälle

Der 26-jährige Kürekci muss das Wirtepatent nachholen, da das Lokal mehr als dreissig Plätze hat. «In der Lorraine hatten wir alles im Blickfeld. Jetzt sind es drei Räume mit insgesamt un­gefähr fünfzig Plätzen», sagt Dogus Kürekci. Deshalb überlegt sich die Familie, Mitarbeiter anzustellen. Alle würden nach der gut besuchten Einweihung von vergangenem Samstag auf dem Zahnfleisch laufen.

Nicht nur wegen der Neuer­öffnung: Kürekci junior verletzte sich bei einem Autounfall leicht am linken Arm. Kürekci senior hatte einen Arbeitsunfall und musste eine Handoperation über sich ergehen lassen. Die ganze Arbeitslast blieb somit an Cicek, der Mutter, hängen. «Es war für alle etwas viel, aber jetzt wird es ruhiger», ist sich der Sohn sicher.

Gnadenfrist und Gerüche

Rückblick: Vor zwölf Jahren übernahm die Familie Kürekci das Lokal am Schulweg 2. Der Vermieter Franz Meier von der Casa GU AG hatte eigentlich eine Bäckerei im Haus geplant, aber die Kürekcis funktionierten es in eine Pizzeria mit Kebaban­gebot um. Ohne Einverständnis des Vermieters.

Wegen einer Gebäudesanierung bekamen Wohngemeinschaften und eben auch die Kürekcis die Kündigung. Dies sorgte für Aufruhr: Einerseits setzten sich der Quartierverein und die Bewohner mit einer Petition für die Kürekcis ein, andererseits wurde das Lokal von Gentrifizierungsgegnern verwüstet.

Die Idee, im Gebäude eine Bäckerei zu haben, wird nun wahr: Mitte Januar eröffnet die Bäckerei Bohnenblust hier eine zweite Filiale.

Nordring-Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8 bis 0.30 Uhr, Sonntag 10 bis 23 Uhr. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.01.2018, 17:47 Uhr

Artikel zum Thema

Berner Immobilienfirma im Visier der Kapitalismusgegner

In der Nacht auf Sonntag haben Vandalen das Schaufenster der ehemaligen Pizzeria Nordring verunstaltet. Die Racheaktion ist der Tiefpunkt einer langen und verzwickten Geschichte. Mehr...

Über 1000 Unterschriften sollen Nordring-Imbiss retten

Weil der Mietvertrag nicht mehr verlängert wurde, droht dem Take-away Nordring das Aus. In einer Petition haben Quartierbewohner aus der Lorraine nun über 1000 Unterschriften zur Rettung des Familienbetriebs gesammelt. Mehr...

WGs und Take-away müssen raus

Bern Seit acht Jahren betreibt Familie Kürekci den Take-away Nordring in der Lorraine. Nun steht der Imbiss vor dem Aus. Der Mietvertrag wurde nicht mehr verlängert. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Heisser Ritt: Im spanischen San Bartolomé reiten Pferdebesitzer ihre Tiere durch loderndes Feuer. Diese 500 Jahre alte Tradition soll die Pferde reinigen und im neuen Jahr beschützen. (18. Januar 2018)
(Bild: Juan Medina) Mehr...