«Go with the flow»

An der Olympia 2018 in Pyeongchang wurde der Snowboarder Pat Burgener Fünfter. Auf der Waldbühne des Gurtenfestivals stand er am Mittwoch als Zweiter.

Pat Burgener ist Snowboard-Olympionike, der auch auf dem Gurten spielt.
Video: Raphael Moser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Er ist eben erst auf dem Gurten angekommen, die Zeit drängt. Bevor sein Konzert beginnt, stehen für den Lausanner Snowboarder und Musiker noch einige Interviews an. Gegessen hat er noch nichts. Doch Pat Burgener (24) wirkt so entspannt, als käme er direkt aus der Yogastunde. Während des Gesprächs isst er einen Apfel und nimmts, wies kommt.

Pat Burgener, beim Snowboarden besteht das Risiko zu stürzen, bei Konzerten, dass manbei den Leuten nicht ankommt. Wovor haben Sie mehr Angst?
Pat Burgener: Ich sehe Letzteres nicht als Risiko. Entweder komme ich bei den Leuten an oder nicht. Die Musik hilft mir aber, den Druck auf meine Sportlerkarriere zu verringern.

Inwiefern?
Es ist befreiend, zu wissen, dass da noch etwas ist, wenn es mit der Snowboarden nicht mehr weitergeht. Die Musik ist mein zweites Standbein.

Sie haben vor sechs Jahren mit der Musik angefangen, als Sie veletzungsbedingt mit dem Sport pausieren mussten. Wann wurde daraus Ernst?
Mit dem Gitarrespielen habe ich bereits im Alter von 5 Jahren angefangen. Seit ich 14 bin, begleitet mich das Instrument auf allen Reisen. Aber aufdie Idee, Musiker zu werden, bin ich erst während dieser Zwangspause gekommen. Da habe ich angefangen, eigene Songs zu schreiben.

Beim Sport müssen Sie sich ganz auf sich konzentrieren, beim Konzert auf das Publikum – was ist schwieriger?
Es hat mit Balance zu tun, wie sowieso alles im Leben. Wenn ich in der Hafpipe bin, ist es egal, ob 40'000 Menschen zu­sehen oder niemand. Ich bin dann so fokussiert, dass ich den Unterschied nicht bemerke. In der Musik gibt es Inter­aktion, da habe ich ein Gegenüber. Diese Challenge hat mir beim Sport gefehlt.

Macht Spitzensport einsam?
Es ist schon eine egozentrische Angelegenheit. Das liebe ich so an der Musik, sie verbindet mich mit den Menschen.

Seit vier Jahren leben Sie den Minimalismus. Ist Ihre Wohnung leer?
Ich habe keine Wohnung.

Das klingt tatsächlich minimalistisch.
Ich wohne noch bei meinen Eltern, um flexibel zu sein. Dort habe ich nur ein paar Sachen, aber immer noch zu viele. Minimalismus macht frei. Ich kann spontan verreisen und bleiben, so lange ich will. Go with the flow. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.07.2018, 20:29 Uhr

Artikel zum Thema

Pat Burgener rockt das Schweizer Haus

VIDEO Endlich kommt Stimmung auf: Der Snowboarder sorgt mit seinem Konzert im Schweizer Haus für Unterhaltung. Mehr...

Ein Liebesgeständnis für Steff la Cheffe

Gurtenfestival Das 35. Gurtenfestival hat begonnen. Und überzeugt mit schönster Aussicht auf die Hauptstadt. Wir berichten live vom Berner Hausberg. Mehr...

Gurtenfestival: Und wieder ruft der Berg zur Berner Party des Jahres

Heute Mittag beginnt auf dem Berner Hausberg das 35. Gurtenfestival. Zur Einstimmung beantworten wir die 35 drängendsten Fragen rund um das Festival. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Foodblog Ferien auf dem Satelliten

Outdoor Dieses Abenteuer macht eine Gruppe zum Team

Die Welt in Bildern

Das grösste Tier der Erde: Ein Besucher des Royal National Parks, südlich von Sydney, Australien, betrachtet einen toten Wal, der an die Wattamolla Beach angespült wurde. (24. September 2018).
(Bild: Dean Lewins) Mehr...