Bern

Caffè Roma wird wieder eröffnet

BernDas Caffè Roma, das für guten Kaffee in Bern bekannt war, wird an der Hodlerstrasse wieder eröffnet. Dahinter stecken ein ehemaliger Stammgast, ein Barista und ein Gastronome.

Maurizio Piccirilli, einer der drei Betreiber des neuen Caffè Roma, über italienisches Ambiente, billigeren Espresso und die Anrainer.
Video: Claudia Salzmann

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Das Caffè Roma in der Spitalgasse, das vor fünf Jahren schloss, war für guten Kaffee bekannt. Nun wollen ihm Maurizio Piccirilli, Mariano Grue und Mario Romaniello wieder Leben einhauchen und eröffnen es kommende Woche an der Hodlerstrasse neu. Piccirilli sei im alten Caffè Roma Stammgast gewesen und habe dem damaligen Geschäftsführer den Namen und Mobiliar abgekauft. «Wer früher im Roma war, wird vieles hier wiedererkennen», sagt der gebürtige Italiener. Gegründet wurde der Betrieb 1997 von Salvatore und Patrick Casaluci und Toni Mitidieri.

Das Ziel der Bar sei, in Bern italienisches Barambiente zu fördern. «Klar gibt es auch andere italienische Bars, aber so etwas wie das Caffè Roma hat uns einfach gefehlt», sagen die drei. Gastro-Erfahrung bringen vor allem zwei mit: Der 38-jährige Grue arbeitete im Service und der 42-jährige Romaniello ist ausgebildeter Barista. Damit das Gefühl der «Italianità» für die Kunden fühlbar wird, werden die drei gebürtigen Italiener und auch die beiden Teilzeitmitarbeitenden primär Italienisch reden. «Natürlich nur so viel, wie der Kunde auch versteht», sagt Piccirilli.

Vorgängerin wegen Demonstrationen weggezogen

Im Lokal an der Hodlerstrasse war zuvor Monika Flach elf Jahre mit ihrer Vinothek Taberna Vinaria tätig. Die Gründe für den Umzug erklärt Flach auf Anfrage wie folgt: «An Samstagen gab es ständig Demonstrationen und Unruhen.» Wenn eine Demo medial angekündigt worden war, habe sie damit rechnen können, dass kein einziger Kunde den Weg in ihre Vinothek finde. «Wurde ‹die Schlacht› auf dem Reithallenvorplatz eröffnet, war eh die ganze Strasse gesperrt und keiner konnte zu mir kommen. Oder ich konnte auch nicht mehr aus meinem Laden raus», erklärt sie weiter. Leider sei das in den letzten paar Jahren sehr oft der Fall gewesen. Mit der Drogenanlaufstelle nebenan hatte sie in all den Jahren am wenigsten Probleme, das bestätigen auch die neuen Betreiber.

Ein weiteres Problem der Taberna Vinaria sei gewesen, dass sie keine Möglichkeit hatte, den Gästen vor der Türe bei heissem Wetter draussen ein Getränk zu servieren, was zu prekären Zahlen in den Sommermonaten geführt habe. Als es zu einem Todesfall in der Familie des Liegenschaftsbesitzers kam, habe eine Hausverwaltung übernommen. Die mündliche Abmachung mit dem Eigentümer, dass sie im Sommer weniger Miete bezahlen musste, sei danach nicht mehr gültig gewesen.

Nach einer viermonatigen Auszeit ist sie in die alte Post am Balmweg im Weissenbühl umgezogen. Dort geschäftet sie seit einem halben Jahr unter dem Namen Castillo del Vino und spezialisiert sich auf den Verkauf von spanischen Weinen und Spezialitäten. «Ich denke mir, es gibt mittlerweile genügend junge Gastronomen in der Stadt Bern, die Gas geben können», sagt Flach.

Häppchen zum Apéro

An Motivation fehlt es den neuen Caffè-Roma-Betreibern sicherlich nicht. Zuversichtlich sind sie vor allem auch, dass sie Aussenplätze bekommen. Dafür haben sie eine Baupublikation eingereicht, die vergangene Woche im Anzeiger publiziert wurde. Die Einsprachefrist dafür läuft bis zum 6. Juni. «Wir haben gute Kontakte zu den Nachbarn, daher haben wir keine Angst, dass es eine Einsprache geben wird», so Piccirilli.

Ob mit oder ohne Aussenplätze, drinnen starten sie den Barbetrieb kommende Woche: «Wie in Italien wollen wir an der Bar tiefere Kaffeepreise bieten, damit die Leute kurz einen kleinen Espresso trinken kommen», so Romaniello. Das sei zwar nicht neu in Bern, aber es liege ihnen besonders am Herzen, Laufkundschaft mit einem bis zu 20 Prozent günstigeren Kaffee zu gewinnen.

Morgens sollen sich Menschen im 30-plätzigen Caffè Roma zum Kaffee treffen. Dafür setzen sie wie vor fünf Jahren noch immer auf eine Zusammenarbeit mit Blaser Café, wo extra eine Mischung fürs Caffè Roma gemacht wird. Am Mittag werden Salate und Panini serviert. Am Abend wollen sie mit Aperitivi trumpfen, bei dem sie Gratishäppchen zum Apéro servieren werden.

Bollwerk gleich um die Ecke

Nur wenige Meter vom Club Kapitel, Le Ciel und der Reitschule sind sie hier entfernt und seien sehr zufrieden mit dem neuen Standort: Von Donnerstag bis Samstag hoffen sie auf Berner Nachtschwärmer, die vor dem Tanzen noch bei ihnen einkehren und nach Mitternacht weiterziehen. «Hier ist nicht der Kornhausplatz, deshalb werden wir unter der Woche eher früh zumachen. Aber ab Mittwoch fangen wir an warmzulaufen», sagen die drei.

Eröffnung Caffè Roma, Hodlerstrasse 16: Donnerstag, 18. Mai ab 20 Uhr. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.05.2017, 16:05 Uhr

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