Beliebter Höhenweg bleibt gesperrt

Die Wanderung von Kühlewil nach Thurnen endet oberhalb von Toffen abrupt: Nach einem massiven Steinschlag haben die Behörden den beliebten Höhenweg kurzerhand gesperrt. Eine Umleitung wird bald signalisiert.

Ein Brocken liegt auf dem Weg: Im Pfaffenloch droht weiter Steinschlag.

Ein Brocken liegt auf dem Weg: Im Pfaffenloch droht weiter Steinschlag. Bild: zvg

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Die böse Überraschung ereilt die Wanderer im schmucken Weiler Fallenbach. Knapp zwei Stunden sind seit dem Start beim Altersheim in Kühlewil vergangen, und bis zu den Bauernhäusern, die etwas unterhalb von Niedermuhlern stehen, hat der Ausflug seinen gewohnten Lauf genommen.

In regelmässigem Abstand markierten die kleinen gelben Wegweiser den Verlauf des Gürbetaler Höhenwegs – bis eben jetzt, da ein Klebeband quer über dem Zielort Thurnen zum ersten Mal mit der Botschaft aufwartet: Die Route ist gesperrt.

Ein grosser Brocken

So plötzlich die Nachricht hier kommt, so konsequent wird sie an den nachfolgenden Wegweisern wiederholt. Und tatsächlich endet der Weg nach einer weiteren Viertelstunde abrupt an einer Abschrankung aus rot-weissen Baulatten: «Wanderweg wegen akuten Steinschlags gesperrt», lässt die Gemeinde Toffen die Wanderer wissen und ergänzt die Information mit einem Verbotsschild, dessen abwehrende Hand an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Wer die Gegend kennt, kann den Grund erahnen. Er liegt im Pfaffenloch, wo der Weg am Fuss einer Felswand über etliche Stufen in die Tiefe führt.

Fotos aus der heiklen Passage belegen die Vermutung. Ein grosser, rund 500 Kilo schwerer Stein liegt neben weiteren Stücken mitten auf dem Weg, hat sogar das Seil zu Boden gedrückt, das den Wanderern auf dieser Treppe in freier Natur Sicherheit und Halt geben soll.

Doch offenbar ist nicht er allein das Problem. Das zeigt ein geologisches Gutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat: Risse in der Wand lassen die Fachleute befürchten, dass weitere Die Behörden raten deshalb dringend davon ab, die Abschrankung zu umgehen und den sonst unbeschädigten Weg unter die Füsse zu nehmen.

«Klar ist das ärgerlich.» Hans ­Ueli von Gunten arbeitet als Technischer Leiter bei den Berner Wanderwegen. Er sagt dies mit Blick darauf, dass der Frühling in den letzten Tagen so richtig begonnen hat und die Leute vermehrt wieder in der Natur unterwegs sind. Dazu kommt, dass der Gürbetaler Höhenweg zu den beliebten und entsprechend oft begangenen Klassikern der Region gehört.

Auf der anderen Seite bittet von Gunten um Verständnis dafür, dass der Weg bisher nur gesperrt und auf weitere Massnahmen verzichtet wurde: Eine Umleitung zu signalisieren, sagt er, ziehe nicht nur immer viel Aufwand nach sich. Angesichts der schwierigen Topografie wäre sie im engeren Umfeld auch kaum sinnvoll einzurichten.

Trotzdem haben die Verantwortlichen des Naturparks Gant­risch auf ihrer Website bereits eine Möglichkeit skizziert, wie das Pfaffenloch provisorisch umgangen werden kann. Man werde die Umleitung in nächster Zeit auch so signalisieren, verspricht Sprecherin Ramona Gloor. Und erklärt, warum der Naturpark den Berner Wanderwegen die Arbeit abnehmen will: «Der Gürbetaler Höhenweg ist für den Naturpark zu wichtig.»

Bis das Problem im Pfaffenloch gelöst ist, können Monate verstreichen. Zumal offen ist, ob der heutige Weg je wieder geöffnet werden kann: Vielleicht weichen die Gemeinde und die Berner Wanderwege auch auf einen alten Weg aus, der die Felspartie umgeht. Doch dieser müsste erst wieder hergestellt werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.04.2017, 07:31 Uhr

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