Bern

YB-Fanlokal «HalbZeit» feiert Jubiläum

BernDas YB-Fanlokal «HalbZeit» im Breitenrain-Quartier feiert heuer sein 15-jähriges Bestehen. Der abtretende Präsident Urs Frieden spricht über seinen Rücktritt, das Jubiläum und eine Wadenmassage.

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Das Fanlokal HalbZeit blickt auf 15 ereignisreiche Jahre zurück. Sie waren von Anfang an dabei. Was sind Ihre persönlichen Highlights?
Highlights sind ja immer Premieren. So freute es mich beispielsweise, als wir zum ersten Mal in der Zeitung oder im Fernsehen kamen. Oder als die HalbZeit zum ersten Mal in einem Lehrmittel erwähnt wurde. Besonders stolz bin ich auch, wenn ich den Fernseher einschalte und einen Weltstar mit unserem übersetzten Slogan «United against Racism» spielen sehe.

Ihre Kampagne «Gemeinsam gegen Rassismus» hat national wie international einiges bewegt. Sind Ihre Ziele erreicht?
Nein, denn noch immer kommen rassistische Vorfälle im Fussball vor, wie beispielsweise in Italien oder in Osteuropa, aber auch in der Schweiz. Aber auch ausserhalb der Stadien gibt es Bedarf für Aufklärung: Das Resultat zur kantonalen Einbürgerungsinitiative zeigt klar, woher der Wind weht. Hier haben wir noch viel Arbeit vor uns.

Wie hat sich das Publikum der HalbZeit seit den Anfängen verändert?
Das Durchschnittsalter ist ziemlich stabil geblieben, also nicht älter geworden, und auch die Durchmischung ist sehr gut. Wir sind kein richtiger Quartiertreff und auch kein reines Fanlokal. Je nach Event haben wir auch zahlreiche Kinder, und bei Fussball-WM und -EM auch viele Frauen.

Mit welchen Schwierigkeiten kämpft die HalbZeit?
Die Sparpläne von Stadt und Kanton treffen auch uns. Nächstes Jahr erhalten wir nur noch etwa 12'000 Franken Subventionen, also acht Prozent weniger.

In der HalbZeit steckt viel ehrenamtliche Arbeit und doch kostet der Betrieb rund 50'000 Franken jährlich. Wer zahlt den Rest?
Ein knappes Drittel kommt aus der Subvention. Dann haben wir rund 400 Mitglieder, die ein weiteres Drittel der Gelder beisteuern. Der Rest kommt aus Merchandising und vor allem aus Einnahmen der Bar.

Was ist das Erfolgsrezept der HalbZeit?
Wir führen viele spezielle Veranstaltungen durch, beispielsweise die YB-Talks oder Fussballlesungen. Mit solchen Innovationen können wir die Leute bei der Stange halten. Auch blieb unser Vorstand immer jung, weshalb es viele neue Impulse gab und das ehrenamtliche Engagement frisch blieb.

Sie gehören zu den Gründern der HalbZeit, nun treten Sie im kommenden Jahr zurück. Warum?
Ich finde nicht, dass ich mich nach 18 Jahren rechtfertigen muss. (lacht) Auch als ich letztes Jahr nach acht Jahren aus dem Stadtrat zurücktrat, wollten viele wissen warum. Ich bin nun 57 Jahre alt, bin längst Grossvater und mache Platz für frisches Blut.

Apropos Stadtrat: Sie waren für die Grünen von 2004 bis 2012 im Stadtparlament. Quasi als Ihr Nachfolger für Themen wie Fanarbeit und Sicherheitsfragen kam der SP-Mann und HalbZeit-Vorstand Lukas Meier. Wie wichtig ist es, in der Politik vertreten zu sein?
Für jede Institution ist der direkte Draht zu den entscheidenden Gremien wichtig. Man darf natürlich nicht in eigener Sache weibeln, jedoch gelang es mir mit meinem Fachwissen, Debatten zu begleiten. Zum Beispiel die Euro-08-Debatte, wo übrigens auch die Fanarbeit, die im Budget eine Starthilfe erhielt, entstand. Mit Lukas Meier, auch wenn er nicht aus meiner Partei ist, bleibt das Fachwissen im Stadtrat vorhanden.

Welche Themen werden die HalbZeit nächstes Jahr auf Trab halten?
Vor allem die Weltmeisterschaft in Brasilien. 2012 lagerten wir unsere EM-Übertragung in die Serini-Garage in der Lorraine aus, die es ja nicht mehr geben wird. Offen ist, ob wir einen neuen Übertragungsort suchen oder uns wieder verkleinern und die Partien in der HalbZeit zeigen. Im Frühling wird, bedingt durch meinen Rücktritt, der Vereinsvorstand umstrukturiert, und im Herbst kommen wieder die Fare-Aktionswochen.

Das Jubiläumsjahr haben Sie bisher mit einem grossen Event im Kino ABC gefeiert, wo der Cupfinal 1987 zwischen YB und Servette gezeigt wurde. Am kommenden Freitag gipfeln sich die Feierlichkeiten in der Mahogany Hall. Was darf man da erwarten?
Wir veranstalten unter anderem ein Quiz mit Preisen, die es nirgends zu kaufen gibt. Zum Beispiel eine Wadenmassage durch einen YB-Masseur oder ein privates Ständchen von YB-Troubadour Oli Kehrli. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.11.2013, 13:13 Uhr

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Die HalbZeit

Das Fanlokal HalbZeit befindet sich im Breitenrain Quartier und ist jeweils Mittwochs, während YB-Auswärtsspielen oder je nach Programm offen.

Zur Person

Urs Frieden (57) ist Mitgründer der Kampagne «Gemeinsam gegen Rassismus» und des Fanlokals «HalbZeit». Im kommenden Jahr tritt er als Präsident zurück. Nicht nur in Fankreisen ist er bekannt, sondern auch in der Politik: Von 2004 bis 2012 hatte er für das Grüne Bündnis im Berner Stadtrat einen Sitz inne.

Zum Fest

Jubiläumsfeier in der Mahogany Hall: Freitag, ab 20.30 Uhr. Tickets im Olmo für 15 Franken.

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