Neuenegg

Durchs Gestern und Heute wandern

NeueneggDer Verein Pro Neuenegg lanciert drei Wanderungen mit geschichtlichem Hintergrund. Wer sich nicht für Geschichte interessiert, kann sich an atemberaubenden Panoramen erfreuen.

Die Wanderungen sind mit bunten Postenschildern markiert. Mittels QR-Code gibts jeweils Zusatzinfos.

Die Wanderungen sind mit bunten Postenschildern markiert. Mittels QR-Code gibts jeweils Zusatzinfos. Bild: zvg Verein Pro Neuenegg

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Jetzt, im Frühling, kommt das Projekt von Pro Neuenegg zur rechten Zeit: Drei Wandervorschläge, 25 Posten, zwei Denkmäler, ein Schlachtfeld und drei Aussichtspunkte hat der Verein zu den sogenannten Neueneggerwegen zusammengefügt. Der Einstieg in die Wanderungen kann im Prinzip an jedem Punkt erfolgen. Wer lieber systematisch vorgeht, bei den Posten mit dem Smartphone den QR-Code entziffert und sich mit dem kriegerischen Geschehen rund um Neuenegg befasst, muss die Wege von A nach B abwandern.

Wer aber denkt, Geschichte sei Schnee von gestern, findet genug Erfreuliches: Da sind Bauernhöfe mit Gärten, weiten Feldern und Kühen, hie und da auch Unerfreuliches: etwa ein Hofhund, der Wanderern oder Bikern hinterherkläfft. Anders als auf den Schlachtfeldern zu Laupen 1339 und Neuenegg 1798 endet dieser Kampf jedoch unblutig.

Eine Rundwanderung

Eine der drei Routen ist eine Rundwanderung. Wer beim Schulhaus Bramberg startet, der Wegbeschreibung und den roten Postenschildern folgt, landet beim Brambergdenkmal. Der Zweck des achteckigen Obelisks ist, «die Grabstätte der Vaterlandsverteidiger vor der Vergessenheit zu schützen an der Stätte, wo am 5.März 1798 die bernischen Batterien standen».

Erklärungen zum Laupenkrieg liefert der QR-Code Nummer 25. Das Resultat der Schlacht: «Am längsten Tag des Jahres, am 21.Juni 1339, haben hier auf dem Bramberg Bern und seine Helfer risikofreudig in offener Feldschlacht ein stattliches Ritterheer geschlagen.» Die Vorstellung von blutigem Schlachten ist unschön, lässt sich mit dem Blick auf die Alpen jedoch verdrängen.

Von Thörishaus nach Laupen

Blau markiert ist die Wanderung von Thörishaus nach Neuenegg. Es geht hoch zum Landstuhl zu einem keltischen Grabhügel. Dem Forst entlang gelangt man zum Aussichtspunkt Chapf. Hier steht eine Panoramatafel, die die Gipfel der Alpenkette erklärt. Für geschichtlich Interessierte dürfte aber Posten 7, beim Denkmal der Schlacht bei Neuenegg, einer der Höhepunkte sein.

Im März 1798 fanden hier mehrere Gefechte gegen die französische Armee statt, aus denen die Berner siegreich hervorgingen. Allerdings ist es nur ein Scheinsieg gewesen, da Berner Truppen, die fast zeitgleich im Grauholz kämpften, kläglich verloren.

Nach gut zwei Stunden Marschzeit kann man sich beim Abstieg ins Dorf Neuenegg mit dem Thema Bildung befassen: Hier steht das Beerihus, das älteste Landschulhaus des Kantons Bern.

Wer mag, kann gleich noch die grün markierte Wanderung nach Laupen anhängen. Gestartet wird beim Bahnhof Neuenegg, es geht vorbei an der Kirche hoch nach Brüggelbach zum Weiler Nesslere. Höhepunkt dieses Wegstücks ist der Halt beim Chutzen, einer Aussichtsplattform, die eine fantastische 360-Grad-Rundsicht bietet: Von der Jurakette über die Berner Alpen bis zu den Westschweizer Alpen. Wen wunderts, dass der Chutzen im alten Bern Standort eines Wachtfeuers war? Der Ort war ein Glied in der Alarmanlage, die von der Limmat bis an den Genfersee reichte, damals, als es noch keine Überwachungsdrohnen gab.

Vom Chutzen aus führt der Wanderweg durch den Wald hinab zum Felsensporn, auf dem das Schloss Laupen steht. Durch das historische Städtchen gelangt man wieder in die Neuzeit: zum Bahnhof. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.04.2015, 13:44 Uhr

Fritz Bula (l.), Präsident von Pro Neuenegg, Peter Gast, Vize-Präsident von Pro Neuenegg. Beim Denkmal wird eine Tafel für den Start einer Wanderung eingerichtet. (Bild: Susanne Keller)

25 farbige Postenschilder

Nach dreijährigen Vorarbeiten wurden die letzten Schilder für die drei Wanderwege montiert.

Am Samstag um 10.30 Uhr weihte der Verein Pro Neuenegg beim Denkmal Neuenegg das Wanderprojekt ein. Erarbeitet haben es die ehemaligen Lehrer Erich Gäumann, Hans-Peter Beyeler und Franz Schweizer mit Fritz Bula, Peter Gast, Klaus Hugi, Hans Jürg Zobrist und dem Kartografen Thomas Maag. Die Kosten von rund 12000 Franken sind durch Sponsoren gedeckt.

Die drei Wege sind mit 25 farbigen Postenschildern markiert. Bei jedem findet man per QR-Code, der mit dem Smartphone gelesen wird, Informationen. Der Verein setzt auf QR, weil so nur kleine Tafeln mit wenig Text gesetzt werden müssen. Zudem verfüge heute fast jeder über ein Smartphone.

Für die Routen und weiterführende Informationen können über die Website von Pro Neuenegg Prospekte bestellt werden. Karten und Wegbeschreibungen zum Herunterladen
befinden sich auf der Website Neueneggerwege.


www.pro-neuenegg.com


www.neueneggerwege.ch

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