Verfluchte Köche

Eine mit Essen gefüllte Box und zwei Köche, die fluchend kochen, wenn sie sich nicht gerade ge­genseitig beschimpfen: Das ist «Kitchen Impossible», die wahrscheinlich beste Kochshow, die es zurzeit gibt. Eine Hommage in fünf Punkten.

Am Sonntag tritt Tim Mälzer gegen die deutsche Sterneköchin Maria Gross an.

Am Sonntag tritt Tim Mälzer gegen die deutsche Sterneköchin Maria Gross an. Bild: zvg/RTL

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Das weltoffene Konzept: Tim Mälzer und ein Spitzenkoch schicken einander in je zwei Länder. In der Fremde erhält der jeweilige Koch eine schwarze Box. Ohne das Rezept zu kennen, muss er nachkochen, was er darin gefunden hat.

(Fast) nichts wird zensiert: Seinen ersten Kontrahenten dieser Staffel, den Wiener Sternekoch Konstantin Filippou, nannte Mälzer während der Sendung liebevoll «ganz kleine, perfide Drecksau». Am Sonntag, wenn Mälzer gegen die deutsche Sterneköchin Maria Gross antritt (die auch schon im Attisholz im Riedholz bei Jörg Slaschek am Herd stand), wird es ähnlich klingen. Sie wird ihn des Öfteren «Wichser» nennen, er sie «das dumme Mädel». Die grobe Sprache tut dem Charme der Sendung keinen Abbruch – im Gegenteil. Weil sich die Konkurrenten in der Regel trotzdem richtig gern haben.

Auf die Frage, wohin er am liebsten reisen ­würde, sagt Tim Mälzer: «Das schönste Plätzchen ist für mich immer das Siegertreppchen.» Der 47-Jährige ist ein Grossmaul. Aber ein sympathisches. Sein Hamburger Restaurant «Bullerei» ist vielleicht nicht so hoch dotiert wie jene seiner Konkurrenten. Schlechter schneidet er deshalb nicht ab: Seine Selbstironie, fiese Aufgaben, die er den Gegnern stellt, und ein guter Geschmackssinn lassen ihn oft gewinnen. Und böse kann man diesem Spitzbub in Kochschürze schon gar nicht sein.

Restauranttipps, umsonst: Schon Mälzers Konkurrenten kochen allesamt in Lokalen, die man gerne besuchen würde. Doch wahre Fundgruben sind die Restaurants, in denen die Wettbewerbe stattfinden. Dank «Kitchen Impossible» wissen wir, dass es im Quayside im englischen Whitsby die besten Fish ’n’ Chips gibt. Und im Blue Duc in Philadelphia super Burger. Sterne-Hipsterfood? Ist im Nobelhart & Schmutzig in Berlin zu finden.

Versöhnung mit den eigenen Kochkünsten. Auch Profis machen Fehler. The Duc Ngo, Mälzers Gegner in Folge 2, verschätzte sich um Stunden und hatte keine Chance, sein Güggeli rechtzeitig auf den Tisch zu bringen. Die Kochshow lässt einen aber nicht nur milder mit sich selber werden, sondern vermittelt auch Tipps zur Verbesserung. Die man, Achtung!, oft zwischen zwei Flüchen selber suchen muss.

«Kitchen Impossible», 4. Staffel, Folge 3: Tim Mälzer vs. Maria Gross. So, 18. 2., 20.15 Uhr, Vox. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.02.2018, 12:09 Uhr

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