Selbst im Himmel gibts Nutella

Der Valentinstag ist eine schöne Sache, und der Nationalfeiertag ist auch ganz nett. Aber hey, heute Sonntag ist Welt-Nutella-Tag!

Jesus nahm das Brot und dankte. Er brach es und fragte: «Wer gibt mir die Nutella dazu?»

Auf italienischen Nutella-Fanseiten im weltweiten Web gehen manche Nutzer sehr weit. Einer schreibt die Bibel neu, ein anderer möchte Brunnen auf jeder Piazza im Land aufstellen lassen, aus denen nicht Wasser, sondern der berühmteste Brotaufstrich der Welt fliesst.

Weit für ihre Liebe zu Nutella geht auch Sara Russo. Die US-Foodbloggerin mit Wohnsitz in Italien, wo Nutella herkommt, hat 2007 aus einer Laune heraus den «World Nutella Day» ins Leben gerufen, den Welt-Nutella-Tag. Jeweils am 5. Februar zele­brieren Liebhaber seither «das Wunder von Nutella» mit ihren Mitmenschen, off- und online. Man könne zum Beispiel ein Rezept mit Nutella erfinden, ein Gedicht über Nutella schreiben oder ein Nutella-inspiriertes Kunstwerk erschaffen, heisst es auf der Website des Feiertags.

Jedes Jahr wird eine offizielle Nutella-Botschafterin gewählt, die sich per Videobotschaft an die Jünger wendet. 53 000 Fans hat der Tag allein auf Facebook. Und: Das ­alles ist nicht etwa ein PR-Gag von Herstellerin Ferrero, deren Gründer Pietro Ferrero die Nuss-Nougat-Creme in den 1940er-Jahren im Piemont erfunden hat. Nein, der Welt-Nutella-Tag ist Russos Initiative. Die Frau tut es aus Liebe.

Manche Menschen durften Nutella als Kind nur in den Ferien am Meer essen und assoziieren den Brotaufstrich deshalb auf ewige Zeiten mit Sommer und Sonnenschein. Andere verfeinern ihr Lachs-Thunfisch-Ragout damit (Anleitung im «grossen Nutella-Kochbuch»). Manche kreieren Nutella-Pizza, -Likör, -Ravioli oder -Glace (siehe Rezepte rechts). Und wieder andere fahren extra nach Italien, um bei McDonald’s einen 1000-Kalorien-Hamburger mit Nutella (den «Sweety») zu bestellen.

Fakt ist: Nutella ist Kult. Und einfach jeder hat Nutella schon gegessen. 97 Prozent der Schweizer Bevölkerung kennen laut einer Studie die Marke.

Dabei ist Nutella, das vom Hersteller wegen der Milch und den Haselnüssen drin als wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Frühstücks angepriesen wird, aus ernährungstechnischer Sicht ein Skandal: Zu 55 Prozent besteht die Masse aus Zucker, der Energiegehalt ist mit 550 Kilokalorien pro 100 Gramm viel zu hoch. «Unter dem Strich besteht Nutella aus Fett und Zucker», sagt Sa­bine Oberrauch, Ernährungsberaterin bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung in Bern. Nutella sei eine Süssigkeit. Entsprechend gelte es, den Brotaufstrich massvoll zu konsumieren. «Gegen einen Teelöffel Nutella auf dem Brot ist aber nichts einzuwenden.»

Das steckt in Nutella:

32 Millionen Fans

Ein Teelöffel reicht Nutella-Jüngern wie Sara Russo kaum. Sie schmieren sich ihren Glücklichmacher dick aufs Brot. Und es ist anzunehmen, dass das noch viele Welt-Nutella-Tage lang so weitergeht. Fast 32 Millionen Fans hat Nutella auf Facebook, mehr als zehnmal mehr als die Biermarke Carlsberg. In über 160 Ländern ist Nutella erhältlich.

Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so, dass es selbst im Himmel Nutella gibt.

Nutella kann auch...
Einige kreative Rezepte mit der schokoladigen Köstlichkeit.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 05.02.2017, 09:03 Uhr

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