«Ich bin mehr ich selbst denn je»

Vier Jahre sind seit ihrem Sieg bei der Castingshow «Die grössten Schweizer Talente» (DGST) vergangen. Jetzt erscheint ein neues Album der singenden Busfah­rerin Maya Wirz.

Maya Wirz: Einmal Busfahererin, immer Busfahrerin.

Maya Wirz: Einmal Busfahererin, immer Busfahrerin. Bild: zvg

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Fahren Sie noch immer Bus, Frau Wirz?
Maya Wirz: Ja. Ich habe ein 60- Prozent-Pensum als Chauffeurin. Es ist in der Schweiz praktisch unmöglich, von Musik zu ­leben. Der Markt ist einfach zu klein. Fast alle Schweizer Musiker subventionieren ihr künstlerisches Schaffen quer: Sie geben Unterricht, komponieren für andere oder haben Werbeverträge. Ich finanziere mir meine Leidenschaft eben mit Busfahren.

Nervt es Sie nicht, dass Sie so auf ewige Zeiten als singende Busfahrerin abgestempelt bleiben?
Aber nein. Das ist seit dem Sieg bei DGST mein Image, und ich bin ganz froh darüber. Immerhin können sich die Leute so mit mir identifizieren.

Singen Sie noch hinter dem Steuer?
Sicher. Ich muss ja jetzt gerade wieder viele neue Texte auswendig lernen, das ist eine Heiden­büez. Beim Busfahren kann ich super trainieren.

Nach über drei Jahren erscheint nächste Woche Ihr zweites Album. Wie würden Sie es beschreiben?
Es ist Maya Wirz pur. Ich singe nicht nur wie früher ausschliesslich Coverversionen, sondern erstmals auch eigene Stücke. Ich habe drei Jahre lang intensiv an der neuen Platte gearbeitet. In dieser Zeit habe ich mich künstlerisch weiterentwickelt, aber auch menschlich.

Ihre neue Musik klingt sehr ­poppig.
Keine Angst, an meinen Konzerten singe ich natürlich weiterhin Highlights aus Opern, Musicals und Operetten. Aber eben auch meine neue Musik. Und die ist durchaus massentauglicher geworden, das stimmt. Ich würde es als Pop-Klassik bezeichnen, es geht in Richtung Andrea Bocelli oder Udo Jürgens. So werde ich vielleicht auch für Radiostationen interessant. Denn das ist enorm wichtig, um im Gespräch zu bleiben und für Auftritte engagiert zu werden. Die eigens für mich komponierten und getexteten Lieder «Schau in dein Herz hinein» oder «Flieg und strecke deine Flügel» zum Beispiel ­könnte ich mir gut im Radio vorstellen.

Sie machen andere Musik als früher, haben eine neue Frisur und einen neuen Kleiderstil. Erfinden Sie sich gerade neu?
Na ja, das vielleicht nicht gerade. Aber in den letzten Jahren war ich schon auf der Suche nach mir selbst. Jetzt habe ich mein Profil gefunden. Ich bin mehr ich selbst denn je. Und ich denke, das sieht und hört man auch.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 04.11.2015, 10:55 Uhr

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