«Giacobbo/Müller» sagen Saletti

Bei der Derniere von «Giacobbo/Müller» war Doris Leuthard zu Gast und Mike Müller wusste nicht, dass es die letzte Sendung ist.

Die besten Szenen aus der letzten «Giacobbo/Müller»-Sendung.
Quelle:SRF

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Der bärtigste Humorist im Land sollte für einmal nicht recht behalten. Als Viktor Giacobbo und Mike Müller am 27. Januar 2008 ihren sonntagabendlichen Dienst bei SRF aufnahmen, sagte Peach Weber: «Was ich gesehen habe, war nicht sehr vielversprechend. Die Sprüche und Ideen gingen vorwiegend in die Hose.»

Was folgt, ist eine Erfolgsgeschichte. Knapp neun Jahre lang prägen Giacobbo und Müller mit ihrem satirischen Wochenrückblick den TV-Sonntag in der Schweiz. Über 30 Prozent der Fernsehzuschauer sind im Schnitt dabei, wenn die Herren Schlagzeilen kommentieren, Sketche aufführen und Gäste befragen.

Giacobbo und Müller schaffen es, mit Pointen und Parodien das Interesse für Politik zu wecken — gerade bei jenen, die sich einen Deut um Initiativen, Parteiprogramme und Susanne Leutenegger Oberholzer scheren. Das ist vielleicht der grösste Verdienst des Duos.

Und jetzt? Ist Schluss. «Saletti», würde Harry Hasler sagen, die berühmteste Figur Giacobbos. Die Sendung vom Sonntagabend war die letzte.

Und Giacobbo und Müller blieben cool. Ihr Abschied war nur am Rand Thema. Dafür gab sich Bald-Bundespräsidentin Doris Leuthard mit gewagter Halskette und gewagten roten Pumps die Ehre. Es gab frische Slam-Poetry. Es gab eine letzte abgefahrene Erfindung von Stefan Heuss zu bewundern, die alle Probleme beim Fonduessen eliminiert. Es gab einen Auftritt von Superjunkie Fredi Hinz — als Gewinner der russischen Staatslotterie. Und es gab einen Furzkissen-Gag, endlich!

2017 übernimmt Talker Kurt Aeschbacher den Sendeplatz von «Giacobbo/Müller». Und Peach Weber? Er sagt heute: «Ein herber Verlust für SRF. Viktor und Mike, habt Ihr euch das gut überlegt?» (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.12.2016, 07:59 Uhr

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