Ein «Plopp» auf 40 Jahre «1, 2 oder 3»

Sie war die erste Kinderquizshow im deutschsprachigen Fernsehen. Und sie ist die beste, bis heute. Am Samstag läuft das Kultformat «1, 2 oder 3» zum 1000. Mal. Wir beantworten elf drängende Fragen zum grossen Tag.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

1. Wann lief «1, 2 oder 3»zum ersten Mal?
Vor fast 40 Jahren, am 10. Dezember 1977. Moderator war Michael Schanze, aufgezeichnet wurde in den Bavaria-Studios in München. Schanze präsentierte die Sendung 59 Folgen lang. Er ist Erfinder des legendären «Plopp», das ältere Fans der Show noch kennen. Schanze signalisierte den Kandidaten, dass die Zeit zur ­Beantwortung einer Frage abgelaufen ist, indem er seinen Zeigefinger schnell seitlich aus der angespannten Mundhöhle führte – «Plopp».

2. Worum geht es in der Show?
Drei Teams aus Viertklässlern aus drei Ländern müssen in jeder Sendung Fragen zu einem Schwerpunktthema beantworten. Um das zu tun, müssen sie auf das richtige von drei Antwortfeldern hüpfen. Um ihren Konkurrenten die richtige Antwort dabei nicht zu verraten, hüpfen sie so lange zwischen den Feldern hin und her, bis der Moderator sagt: «1, 2 oder 3 – letzte Chance, vorbei!» und sie sich endgültig entscheiden müssen. Dann heisst es: «Und ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht ­angeht.» Das Feld mit der richtigen Antwort wird erleuchtet. Wer richtig steht, bekommt Punkte. Am Schluss gibts dafür Preise. Immer wieder werden die richtigen ­Antworten durch Experten, Demonstrationen oder Experimente im Studio veranschaulicht.

3. Was macht «1, 2 oder 3» zur besten Kinderquizshow der Welt?
Es ist wahrscheinlich die Mischung aus dem genialen, ori­ginellen Spielprinzip mit den leuchtenden Feldern, den verrückten Experimenten im Studio und dem eigenwilligen Humor ­aller bisheriger Moderatoren. Vor allem aber träumt jedes Kind ab spätestens der 3. Klasse davon, einmal bei «1, 2 oder 3» mitzumachen. Das war 1977 so, das war 1993 so, wie Zeitzeugen wissen. Und das ist heute noch so.

4. Woher kommt das Konzept?
Aus den USA. Dort wurde die Sendung zwischen 1972 und 1973 als «Runaround» von NBC produziert. Für das deutsche Fernsehen wurde die Show stark verändert. «Nach den Fragen gab es in der US-Version zum Beispiel keine Erklärungen zum Warum oder Weshalb, was wir nicht kindgerecht fanden», erzählt Michael Schanze, der erste Moderator der Sendung. Die Anpassungen fruchteten: Die amerikanische Version lief ein Jahr lang, die deutsche feiert dieses Jahr das 40-jährige Bestehen. Mittlerweile schauen viele Eltern mit ihren Kindern die Sendung , die sie gerne gesehen haben, als sie selbst noch Kinder waren.

5. Wer moderiert «1, 2 oder 3»?
Wer die Sendung lange nicht gesehen hat, wird staunen: Der aktuelle Moderator ist Elton. Genau: Jener Elton, der als sogenannter Showpraktikant von Stefan Raab bekannt geworden ist. Er präsentiert «1, 2 oder 3» seit 2010 oder 276 Folgen. Elton darf am Samstag mit Steven Gätjen auch die Jubiläumssendung ­moderieren. Seine Vorgänger ­waren Michael Schanze (1977– 1985), Biggi Lechtermann (1985– 1995), Gregor Steinbrenner (1995– 2005) und Daniel Fischer (2005–2010).

6. Woher kommen die Kandidaten?
In jeder Sendung treten drei Mannschaften aus drei Ländern gegeneinander an: Ein Team aus Deutschland, eines aus Österreich und eines aus einem Gastland. Bis Ende 2006 kam das dritte Team immer aus der Schweiz, dann stieg das Schweizer Fernsehen als Co-Produzent aus. Seither nahmen auch schon Teams aus Namibia, Griechenland, Russland oder dem Libanon an der Sendung teil.

7. Wer ist Piet Flosse?
Ein Mensch in einem Robbenkostüm, das Maskottchen der Show. Es hilft den Kandidaten und ehrt die Sieger. Frühere Maskottchen der Sendung waren die «Drollinge». Später assistierten ein Bär namens Ted Tatze und ein Drache namens Fauchi gemeinsam mit Piet Flosse den Moderatoren. Seit 2002 erledigt die grosse blaue Robbe diesen Job allein.

8. Wie lange würde es dauern, wenn man alle «1, 2 oder 3»-Folgen hintereinander anschauen möchte?
Das ZDF hat es ausgerechnet: Man müsste 19 Tage und 2 Stunden lang ununterbrochen vor dem Fernseher sitzen.

9. Wer moderierte die Sendung am längsten?
Gregor Steinbrenner. Er übernahm 1995 von Biggi Lechtermann und brachte es auf 352 Folgen in zehn Jahren. 2002 moderierte er anlässlich des 25-jäh­rigen Bestehens der Show 25 Stunden lang ohne Unterbrechung und stellte 1364 (!) Fragen an 11 040 (!) Kandidaten. Er holte so den Weltrekord im Dauerquizzen. Und ja, das heisst wirklich so.

10. Nichts ist so sehr mit «1, 2 oder 3» verbunden wie derlegendäre Satz, der immer dannertönt, wenn eine Frage aufgelöst wird: «Und ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!» Gibt es diesen Satz seit Anbeginn der Show?
Nein. In den Anfangsjahren hiess es: «Ob ihr recht habt oder nicht, sagt euch gleich das Licht.» Die leicht angepasste Version gibt es seit 1985. Sie existiert bis heute.

11. Was ist ein Kamerakind?
«1, 2 oder 3» ist bis heute die einzige TV-Show im deutschsprachigen Raum, in der ein sogenanntes Kamerakind mitarbeiten darf. In jeder Sendung bedient ein Kind eine grosse Kamera und nimmt eigene Bilder auf. Diese werden eingespielt und mit einem speziellen Rahmen gekennzeichnet. Die Idee stammt von Michael Schanze, der die Show zwischen 1977 und 1985 moderierte.

«1, 2 oder 3»-Jubiläumsshow: Samstag, 22. Juli, 20.15 Uhr, ZDF. Die reguläre Sendung läuft jeweils am Samstag um 8.10 Uhr auf ZDF sowie am Samstag und am Sonntag um 17.35 Uhr auf Kika. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.07.2017, 12:25 Uhr

Kommentare

Blogs

Mamablog Bewahre, das Kind!

Geldblog Zu viel Risiko für 7 Prozent Rendite?

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Von Mitstreitern umkreist: Die «Rainbow Warrior» von Greenpeace bei einer Protestaktion gegen ein Kohleprojekt im Golf von Thailand. (21. Mai 2018)
(Bild: Arnaud Vittet/EPA) Mehr...