Tim Mälzer erfindet die Kochshow neu

Schafsmägen füllen und nach Algen tauchen: In der neuen Staffel von «Kitchen Impossible» gehen sechs Spitzenköche an ihre Grenzen, um Grossmaul Tim Mälzer zu besiegen. Das ist grosse TV-Unterhaltung.

Geht an und über Grenzen: TV-Koch Tim Mälzer (45) auf der Brooklyn Bridge in New York.

Geht an und über Grenzen: TV-Koch Tim Mälzer (45) auf der Brooklyn Bridge in New York. Bild: Vox

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Meta Hiltebrand ist eine der besten Köchinnen der Schweiz. Die 32-Jährige mit den orangen Haaren führt das Le Chef in Zürich und hat ein Kochbuch geschrieben. Jetzt muss sie in Kopenhagen Schafsköpfe zertrümmern. «Tim, du kriegst so die Fresse poliert, wenn ich dich sehe», sagt sie.

Alexander Herrmann ist einer der besten Köche Deutschlands. Der 44-Jährige aus Bayern hat 17 Gault-Millau-Punkte. Jetzt ist er an der Costa de la Muerte in Galicien und soll Algen (!) zubereiten, nach denen er selber tauchen muss. «Drecksalgen», sagt er.

Tim Raue ist einer der besten Köche der Welt. Sein nach ihm benanntes Restaurant in Berlin belegt auf der Liste der weltweit besten Restaurants des britischen «Restaurant Magazine» Platz 52. Jetzt muss der 41-Jährige in Schottland Schafsmägen mit allerlei Innereien füllen. «Es gibt nichts, was mich mehr antreibt, als diesen kleinen Pisser zu besiegen», sagt er.

Der «kleine Pisser» ist Tim Mälzer. Er ist der Grund für all die Unflätigkeiten, die ab kommendem Sonntag bei «Kitchen Impossible» über den TV-Sender Vox gehen. Mälzer, 45-jährig und bekannt aus etlichen Fernsehshows und als Kochbuchautor, erfindet in der neuen Staffel des Formats mal eben die TV-Kochshow neu. Die Sendung des Grossmauls vereint Reisereportage, Kochschule und Sozialstudie – oder wie Mälzer sagt: «Es geht um Dankbarkeit, Demut und Wut beim Zubereiten von Speisen.»

Die schwarze Box

Das Konzept der zweieinhalbstündigen Shows ist simpel und genial: Sechs Spitzenköche bekommen von Tim Mälzer irgendwo auf der Welt eine schwarze Box zugestellt, in der ein Gericht verpackt ist. Sie müssen allein aufgrund ihrer Eindrücke mit Auge und Gaumen die dafür nötigen Zutaten besorgen, es in einer Küche vor Ort nachkochen und sich dann von zehn Leuten, die ebendieses Menü kennen und erklärtermassen lieben, bewerten lassen.

Im Gegenzug schicken die Spitzenköche Mälzer an einen mindestens ebenso exotischen Ort, wo er ein mindestens ebenso exotisches Mahl bereiten muss.

Es geht darum, mehr Punkte zu holen als der Moderator. «Es kann ja nicht sein, dass du gegen so einen Fernsehfuzzi verlierst», sagt Juan Amador, einer der prominenten Protagonisten.

Das verfluchte Dessert

Das erste Duell liefert sich Mälzer am Sonntag mit Christian Lohse. Der deutsche Koch mit 19 Gault-Millau-Punkten schickt Mälzer nach Dijon. Dort muss der TV-Koch unter anderem ein Entenküchlein in Gewürzbrot zubereiten – an einem Montag. Alle Geschäfte sind geschlossen. Und das ist noch das kleinste Problem.

Übernächsten Sonntag schafft dann Meta Hiltebrand die Probleme. Die Schweizerin entführt Mälzer ins Bernbiet, wo der bullige, eher fürs Grobe bekannte TV-Koch ein Dessert mit etlichen ­feinen, kleinen Komponenten nachmachen muss. Das bringe ihn an seine Grenzen, sagt Nina Kobelt.

Die Redaktorin dieser Zeitung durfte Mälzers Kreation als Jurymitglied bewerten. «Mälzer hat irgendwann Kette geraucht und nach Schnaps verlangt», sagt sie. «Was man am Fernsehen sieht, ist hundertprozentig authentisch.» Das mache den Reiz der Sendung aus.

Tim Mälzer bläst ins gleiche Horn. Er sagt: «Ich war bis aufs Derbste entblösst, und die Kamera hat draufgehalten. Ich hätte dem Kameramann beinahe auf die Schnauze gehauen.»

«Kitchen Impossible»: ab 7. Februar, jeweils am Sonntag, 20.15 Uhr, Vox.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 03.02.2016, 12:26 Uhr

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