«Meine Güte, was mache ich hier?»

In «Dahinden anno 1914» reist Sabine Dahinden (45) mit Oldtimern aus der Zeit um 1900 durch die Schweiz und trifft Menschen, deren Herz an Dingen aus der Belle Epoque hängt. In den drei Sendungen erfährt die Urner «Schweiz aktuell»-Moderatorin auch, wie hart das Leben vor hundert Jahren sein konnte.

Die Moderatorin und ihr Lieblingsauto: Sabine Dahinden fuhr mit einem über hundert Jahre alten Buick über den Sustenpass.

Die Moderatorin und ihr Lieblingsauto: Sabine Dahinden fuhr mit einem über hundert Jahre alten Buick über den Sustenpass. Bild: SRF

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Haben Sie Höhenangst, Frau Dahinden?
Sabine Dahinden: Ich stamme aus einem Bergkanton. Diesbezüglich bin ich abgehärtet.

Zum Glück. Für «Dahinden anno 1914» machten Sie unter anderem eine Fahrt mit einem alten Gasballon.
Das war turbulent. In einem solchen Ballon kann man entweder Sand abwerfen oder Gas ablassen und so die Flughöhe einigermassen beeinflussen. Grundsätzlich aber bewegt man sich dorthin, wohin einen der Wind trägt. Auf unserer Fahrt haben wir Tannenzipfel geküsst, den Boden berührt, sind in die Nähe von Hochspannungsleitungen geraten. Ich hatte zwar stets vollstes Vertrauen in die Piloten. Trotzdem habe ich mehr als einmal gedacht: Meine Güte, was mache ich hier?

In den Sendungen tanzen Sie auch als noble Dame an einem Belle-Epoque-Ball, heizen eine Dampflok ein oder mähen mit der Sense Gras. Welches Erlebnis hat Sie am meisten beeindruckt?
Alles war faszinierend. Aber die Fahrt mit einem über 100 Jahre alten Buick über den Sustenpass war besonders speziell. Die Kraft dieser alten Maschine, der Lärm des Motors, der Duft des Öls, die Freude der Leute am Strassenrand.

Sind Sie selber gefahren?
Nur kurz, auf einem Parkplatz. Über den Sustenpass hätte ich mich nicht getraut. Diese alten Autos sind schwer zu bedienen und pannenanfällig, das braucht Erfahrung. Und man kann nicht einfach den TCS anrufen, wenn etwas kaputtgeht.

Hätten Sie gerne 1914 gelebt?
Für die Sendungen habe ich viele Menschen getroffen, die das Erbe dieser Zeit pflegen und sehr viel darüber wissen. Ich habe sie jeweils das Gleiche gefragt. Die meisten sagten Nein. Und auch ich bin ganz zufrieden mit dem Jetzt. Kurz mal in der Zeit zurückzuspringen, war zwar sehr spannend. Ich habe aber auch erfahren, wie hart das Leben damals sein konnte – selbst als noble Dame am Ball. Die Korsette in dieser Zeit waren also brutal eng (lacht).

Was nehmen Sie von Ihrer Zeitreise sonst noch mit?
Mich fasziniert, wie viele Pioniere und Abenteurer es in dieser Epoche gab. Sie hatten einen wahnsinnigen Mut und haben ihr Leben gelebt, wie sie wollten. Schon imponierend, wie viele Dinge, von denen wir heute täglich profitieren, in dieser Zeit entstanden sind: Elektrizität, Telefon und Auto sind nur drei Beispiele. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.07.2014, 12:02 Uhr

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