«Ihr Schweizer steht doch drauf, Österreicher scheitern zu sehen»

Der bekannte österreichische TV- und Radiomoderator Andi Knoll (43) soll in einer siebenteiligen SRF-Doku Jassen lernen. Kann das gut gehen?

«Ein grundsätzliches Problem»: Der Österreicher Andi Knoll  lernt Jassen.

«Ein grundsätzliches Problem»: Der Österreicher Andi Knoll lernt Jassen. Bild: SRF

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Herr Knoll, Sie lernen als Österreicher vor laufenden Kameras das Schweizer Nationalspiel Jassen. Warum sollte sich das jemand ansehen wollen?
Andi Knoll: Ihr Schweizer steht doch drauf, die Österreicher scheitern zu sehen, oder nicht?

Na ja, ein bisschen vielleicht. Aber wie kommt man auf die Idee für eine solche Show?
Die Leute von SRF wollten eine Sendung machen, in der jemand von aussen einen Blick auf die Schweiz und sein Nationalspiel wirft. Sie kamen zum Schluss, dass das ja ein Österreicher machen könnte – weil ihr uns ein bisschen mögt, wie ich glaube. So wurde mir die Ehre zuteil, dieser Österreicher zu sein. Und es ist toll. Es gibt nichts Besseres, als durch ein Land zu reisen und Menschen kennen zu lernen.

Haben Sie vorher mal gejasst?
Nein, gar nicht. Aber Sie werden es nicht glauben, es gibt in Österreich auch Kartenspiele. Im Tirol zum Beispiel wird gewattet. Das ist ein bisschen ähnlich wie Jassen. Leider kann ich mir aber keine Karten merken. Ich weiss nie, was schon gespielt wurde und was noch da ist. Ein grundsätzliches Problem.

Wie war Ihre erste Jassrunde?
Ich bin mir wie ein Kartenhalter vorgekommen. Mein Coach flüsterte mir ein, was ich zu tun habe. Trotzdem habe ich viele Fehler gemacht. Allerdings war die Niederlage am Ende knapp. Ich dachte schon, jetzt geht es aufwärts. Leider blieb die erste im Verlaufe der Dreharbeiten alles andere als meine schlechteste Runde.

Spielen Sie mit französischen oder mit Deutschschweizer Karten?
Mit beiden. Ich übe mit der «Samschtig-Jass»-App, dort sind Deutschschweizer Karten eingestellt. Ich glaube, die finde ich ein bisschen einfacher. Aber das ist eines der geringeren Probleme, die ich in diesem Zusammenhang habe. So unterschiedlich sind die Karten ja nicht. Der Ober ist die Dame. Und so weiter.

Welche Jasskarte wären Sie denn selber gern?
Ein Sechser. Der ist wandlungsfähig und passt überall dazu. Wenn er Trumpf ist, ist er Trumpf. Bei «Undenufe» ist er der Wichtigste, und bei «Obenabe» kann er einem auch manchmal den Hintern retten.

Was haben Sie auf Ihrer Tour über die Schweizer gelernt?
Dass ihr schon sehr fleissig seid. Der Tag beginnt schon mal früher als bei uns. Um 5 Uhr morgens läuten die Kirchenglocken ganz laut, das passiert in Österreichs ländlichen Gebieten um 6 Uhr. Und wenn man in der Schweiz am Samstag im Hotel Frühstück nach 9.30 Uhr essen möchte, wird man schräg angeschaut. Man merkt schon, warum ihr eines der reichsten Länder der Welt seid. Dafür wird hart gearbeitet.

Wie viele Österreicherwitze mussten Sie sich anhören?
Nur einen. Stucki Christian hat ihn mir erzählt, als wir beim Schwingen waren. Der Witz war aber nicht so lustig wie das Schwingen an sich: Diese Mischung aus Leistungssport und dem Amateurhaften mit den Sägemehlringen und diesen Windeln, die die Kämpfer tragen müssen. Das war schräg.

Erzählen Sie den Witz trotzdem?
Also gut. Ein Österreicher wird aufgefordert, ein Tier mit A zu nennen. Er sagt: «A Hirsch». (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.07.2015, 12:36 Uhr

Service

Mitdiskutieren, teilen, gewinnen.

News für Ihre Timeline.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Baum fällt: Eine Frau geht an einem Baum vorbei, der während eines Sturms in Kiew umgeknickt ist. (16. August 2018)
(Bild: Valentyn Ogirenko) Mehr...