Knackeboul: «Ich bin die Ausnahme»

TV. Radio. Bühne. Knackeboul (31) ist präsent wie kein anderer Schweizer Rapper. Am Freitag veröffentlicht der Oberaargauer Workaholic sein viertes Album «Picasso». Vorher spielt er 30 verbale Steilpässe zurück.


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Mein neues Album ist das beste, das ich je gemacht habe, weil...
Knackeboul:... ich zurück zu meinen Wurzeln gegangen bin. Und weil alles wieder mit Liveband eingespielt ist und doch sehr innovativ und experimentell daherkommt.

Der beste Song, den ich je gemacht habe, ist...
... vom Text her wohl «Meister Zeit». Von der Partytauglichkeit her: «ReggaeRaggaRoots» mit den Mundartisten. Auf «Picasso» vom neuesten Album bin ich auch stolz, er wurde deshalb zum Titeltrack.

Ein Song von mir, den ich nie wieder spielen oder hören möchte, ist...
«Bündnerfleisch» feat. Rudolf Merz. Der Remix des merzschen Versprechers war als blöder Jux gedacht. Trotzdem wird der «Song» an Konzerten noch oft gewünscht.

Ich bereue sehr, dass ich...
... nicht mehr Zeit habe für meine Freunde, meine Familie und meine Liebe.

In 20 Jahren werde ich...
... wieder mehr Zeit haben.

Freestylen ist für mich...
...Not und Tugend. Fluch und Segen. Krankheit und Therapie. Lebenseinstellung. Erfolgsrezept.

Picasso hat mich...
... nie gemalt. Trotzdem sieht mein Gesicht morgens manchmal aus, als hätte er mich in seiner abstrakten Phase mal porträtiert.

Am meisten stolz bin ich auf...
... meine eigene kleine Firma Knackeboul Entertainment und unser Label MARecords – Goldfische im Haifischbecken.

Gudrun (Knackebouls Loopgerät, Anm. d. Red.) ist die Beste, weil...
... sie immer mitkommt, nie widerspricht und trotzdem keine Gage will.

Ein Rapper, der mich seit meiner Kindheit beeindruckt, ist...
Kindheit? Peter Reber, DJ Bobo. Jugend? Smudo, Dendemann. Jetzt? Prinz Pi, Megaloh.

Musikmachen und Moderieren sind...
... meine Berufung und mein Beruf.

Street-Credibility ist für mich... ... ein Aberglaube.

Mehrmals am Tag die Identität zu wechseln, ist...
... mir zu mühsam. Ich hab in den letzten Jahren alles auf Knackeboul fokussiert.

David Kohler und sein Alter Ego Knackeboul sind...
... inzwischen fast identisch. Momentan kämpft David gerade um ein bisschen mehr Eigenständigkeit.

Ich leiste mir ein 1.-Klasse-GA, weil...
...der Zug mit der Street-Credibility abgefahren ist und ich so umweltschonend und doch einigermassen anonym unterwegs sein kann. Ich liebe Zugfahren.

Meine Traumfernsehshow als Moderator ist...
... «Neo Paradise» auf ZDF oder eine Late-Night-Show à la Jimmy Kimmel.

Mein neues Album wird an die Chartspitze schiessen, weil...
... wir diesmal einen super Mix aus medialer Präsenz und ei-nem sehr musikalischen Album haben.

Mich nerven...
... Vorurteile, Schubladendenken und Bünzlimentalität.

Ich kann von meiner Kunst leben, solange...
... ich nicht nur vom Geld lebe, das ich mit ihr verdiene. Ich will von meiner Kunst leben, nicht vom Geld, das ich damit verdiene.

Das Sinnloseste, was ich je gereimt habe, ist...
... «Hudu, wanna make Hudu, Wanna do exactly the same shit as you do.»

Die wichtigste Person in meinem Leben...
... ist Irina. Meine Liebe.

Mein Paradies liegt...
... wahrscheinlich an der Küste Kaliforniens.

Im Schweizer Rap bin ich...
... die Ausnahme, die sich nicht um die Regeln kümmert.

Berndeutsch und Langenthaldeutsch sind...
... zwei ganz verschiedene paar Schuhe. «I merkes au Johr, weni d Hoor wider uf d Stross go go tröchne.»

Die Stadt Bern ist für mich...
... eine temporäre Heimat. Eine schöne, verschlafene Stadt, die ich bald verlassen werde.

Wäre ich vor 50 Jahren zur Welt gekommen, hätte ich...
... Kennedy «Ich bin ein Berliner» und Martin Luther King «I have a dream» sagen hören.

Facebook und Twitter sind...
... die besten Freunde des Indielabels, Selbstpromoters und Wortspielers. Follow me!

Meine TV-Sendung «Knack Attack» auf joiz wird laufen, bis... ... ich 33 bin und 333 Folgen auf dem Buckel habe. Vielleicht auch länger.

Kinder sind für mich...
... ein Thema. Ich warte aber noch ein wenig, bevor ich viele kleine ständig beatboxende Freestyle-Töggeli release.

Einen Hänger hatte ich...
... bei der Frage nach dem Sinnlosesten, was ich je gereimt habe. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.05.2013, 13:23 Uhr

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