Aber bitte nach Schweizer Art

Braucht es eine Hall of Fame für das hiesige Eishockey?

Martin Gerber brachte 2006 den Stanley-Cup nach Langnau.

Martin Gerber brachte 2006 den Stanley-Cup nach Langnau. Bild: Marcel Bieri

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Hat die Schweiz ein Museum für den alpinen Skisport? Stehen Russi, Nadig, Zurbriggen, Hess und Co. irgendwo auf einen Sockel? Offiziell, weil man sie sonst vergessen würde? Nein. Aber im Schweizer Eishockey hat man das Gefühl, so etwas brauche es für ihre Sportart. Der Verband hat angekündigt, im Hinblick auf die Heimweltmeisterschaft 2020 eine sogenannte Hall of Fame zu eröffnen.

Kann man machen, sicher. Jeder darf sich feiern, wie er will. Aber mit dem Sichselberfeiern ist das so eine Sache: Es fehlt der objektive, oft genug auch der bescheidene Blick. Man ist anfällig für Schmeicheleien.

Die NZZ applaudiert, weil sie bedauert, «wie schnell der Ruhm verblasst», und zählt als Beispiele den ehemaligen NHL-Goalie Martin Gerber und den einstigen SCB-Spieler Ryan Gardner auf. Das Onlineportal «Watson» ist schon voller Vorfreude und malt sich in den prächtigsten Farben aus, wer wen wo ehren könnte. Natürlich nach nordamerikanischem Vorbild.

Genau das aber bleibe uns bitte sehr erspart. Wir brauchen keine Ruhmeshalle. Personenkult ist in der Schweiz nach wie vor keine mehrheitsfähige Eigenart. Und so darf es bleiben. Warum also nicht ein kleines, modernes Museum zur Geschichte des Schweizer Eishockeys? Der Bedeutung hübsch angemessen. Da hat es auch Platz für ehemalige Grössen dieses Sports, kein Problem. Aber dafür braucht es keine Kommissionen und keine Offiziellen, die Helden erschaffen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.01.2018, 09:42 Uhr

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